Wie ich sie kennengelernt habe – die Geburt einer besonderen Freundschaft
Bevor ich von diesen fünf Tagen erzähle, muss ich kurz zurückschauen: Ich habe meine Freundin letztes Jahr auf einem Seminar kennengelernt. Es war ein Workshop zum Thema „Sehen ohne Augen“. Damals wusste ich noch nicht, dass aus dieser Begegnung einmal so eine tiefe Verbindung werden würde. Aber genau so kam es. Seitdem sind wir im Kontakt – und dieser Besuch war nun das erste Mal, dass ich so lange bei ihr war.
Die Herausforderung der Anreise – allein mit dem Zug
Schon die Anreise war ein Erfolg. Von Donnerstag bis Montag war ich bei ihr – das ist für mich nicht selbstverständlich. Ich bin selbständig, habe oft Anspannung im Alltag und dazu noch eine körperliche Einschränkung: meine Spastik. Allein mit dem Zug in eine mir nicht ganz vertraute Gegend zu fahren, war für mich eine echte Herausforderung. Aber ich habe es geschafft. Und dieser erste Sieg gab mir gleich zu Beginn so viel Selbstvertrauen.
Die Morgenmeditation – Energie spüren durch die ganze Wohnung
Etwas ganz Besonderes war für mich der Morgenrhythmus bei meinen Freunden. Sie – meine Freundin und ihr Mann – haben einen Meditationswecker. Jeden Morgen meditieren sie gemeinsam eine ganze Stunde. Ich war in dieser Zeit in einem anderen Raum, ganz für mich. Aber schon aus dem anderen Raum heraus habe ich diese so tiefe, friedvolle Energie gespürt, die durch die ganze Wohnung gestrahlt ist. Es war so beruhigend. Das kann ich gar nicht in Worte fassen. Einfach zu wissen: Da sind zwei Menschen, die gerade in völliger Stille sind – und diese Stille hat sich überall ausgebreitet. Diese Energie am frühen Morgen hat mich mehr entspannt, als viele andere Dinge es könnten, ohne dass ich selbst etwas tun musste.
Der Hund – mein treuer Begrüßer jeden Morgen
Und dann war da noch ihr Hund. Jeden Morgen, wenn ich aus meinem Zimmer kam, hat er mich begrüßt – so freudig, so direkt, so ohne Umwege. Das war so mega schön. Diese bedingungslose Freude einfach deshalb, weil ich da war. Das hat mein Herz jedes Mal aufgemacht, bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hat.
Barfuß durch den Wald – gegen meine Spastik, für meine Seele
Wir sind viel spazieren gegangen, immer mit ihrem Hund dabei, der einfach immer da war – ruhig, begleitend, ohne Druck. Und dann kamen wir auf eine Idee, die mir zunächst Angst gemacht hat: barfuß im Wald spazieren.
Mit meiner Spastik ist das eigentlich sehr schwierig. Der Untergrund ist uneben, ich verliere schnell das Gleichgewicht, mein Körper ist oft verspannt. Ich war innerlich schon kurz davor aufzugeben. Aber sie war geduldig. Wir haben es langsam gemacht, Schritt für Schritt. Und dann passierte etwas Wunderbares: Je länger ich barfuß auf dem weichen Waldboden, auf Moos und Nadeln lief, desto mehr entspannte sich mein Körper. Die Spastik wurde weniger, die Anspannung ließ nach. Es war wie eine heilende Verbindung mit der Erde – unglaublich erdend. Das kann man sich nicht vorstellen. Die einfachsten Dinge, die direkt vor uns liegen, sind oft die, die uns am meisten zurückbringen.
Ein Tag voller Farbe – Malen als tiefgreifende Therapie
Einer der schönsten Tage war, als wir einfach die Pinsel genommen haben. Meine Freundin ist Künstlerin – und zwar keine, die nur Bilder malt, sondern eine, die versteht, dass Malen auch heilen kann. Wir haben zusammen gemalt, ohne Druck, ohne Plan. Das war so tiefgreifend. Farben, die einfach entstehen durften, Pinselstriche, die meine Gedanken aufnahmen. Für mich war das wie eine Therapie – und sie hat mich darin begleitet, ohne zu bewerten, ohne zu lenken. Einfach da sein. Das hat mich sehr berührt.
Körperenergie-Übungen mit ihrem Mann – und noch einmal: Sehen ohne Augen
Ihr Mann hat mit uns Übungen zur Körperenergie gemacht. Auch das war wahnsinnig schön und ganz anders, als ich es kannte. Es ging nicht um Leistung, sondern um Spüren, um Fluss, um Loslassen. Sie waren einfach beide da – sie, ihr Mann, der Hund – und diese Gemeinschaft hat sich angefühlt wie ein sicherer Hafen. Ich habe ihm im Gegenzug ein paar Dinge gezeigt, die mir selbst gut tun – ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe.
Und dann haben wir wieder geübt: Sehen ohne Augen. Das war wunderschön. Ich kannte es ja schon vom Seminar, aber es mit ihr gemeinsam zu Hause zu üben, war noch einmal viel intensiver. Mit Masken, langsam bewegt, gespürt. Es hat mir gezeigt, dass Wahrnehmung so viel mehr ist als das, was wir mit den Augen erfassen.
Lagerfeuer im Garten – ein Abend wie im Märchen
An einem der Abende haben wir im Garten ein Lagerfeuer gemacht. Das war richtig schön. Die Flammen, die Stille, die Nacht um uns herum, der Hund lag zufrieden daneben – wir haben geredet, geschwiegen, in die Glut geschaut. Genau das hatte ich gebraucht.
Ausflug zum Rittergut – Handwerk, Kunst und Begegnung
Ein ganz besonderes Highlight war unser Ausflug zu einem Rittergut in der Nähe. Dort gab es eine Ausstellung, bei der Menschen ihr Handwerk gezeigt haben. Richtig alte Handwerkskunst – liebevoll, ehrlich, mit Herzblut. Man konnte dort auch Dinge kaufen, und das war einfach wunderschön: zwischen allem, was mit den eigenen Händen geschaffen wurde, zu stehen und die Liebe in jedem einzelnen Stück zu spüren.
Die Schumannplatte – unsichtbare Heilung, tiefe Entspannung
Ein weiteres wundervolles Geschenk dieser Tage war die Schumannplatte, die bei meiner Freundin im Haus war. Ich durfte sie nutzen, und sie hat mir so viel Kraft und Entspannung gegeben. Diese sanften Schwingungen, die auf natürliche Weise mit der Frequenz der Erde schwingen, haben meinen Körper und Geist in eine tiefe Ruhe gebracht. Gerade mit meiner Spastik war das eine zusätzliche, ganz feine Unterstützung – heilend, ohne dass ich etwas tun musste. Es fühlte sich an, als würde die Erde mir direkt unter der Haut begegnen.
Das Wetter – und wie alles zusammengepasst hat
Dazu kam der blaue Himmel. Die Tage über haben Sonne und leichte Wolken uns begleitet, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Es hat einfach alles so gut gepasst. Der Hund war da, meine Freundin war da, ihr Mann war da, das Feuer im Garten brannte – und ich durfte einfach sein.
Was mir diese fünf Tage gebracht haben – auch für meine Selbständigkeit
Diese Kombination aus Natur, Meditation, Kunst, Achtsamkeit, Barfußlaufen, Handwerk, Lagerfeuer, blauem Himmel und menschlicher Nähe hat mir so viel Kraft gegeben. Ich bin in meiner Selbständigkeit einen großen Schritt weitergekommen – nicht durch Strategie oder To-do-Listen, sondern durch Ruhe, Erdung und das Gefühl: Du darfst sein, wie du bist.
Die Spastik hat mich nicht aufgehalten. Der Zug allein hat mich nicht aufgehalten. Und auch Herausforderungen in meiner Arbeit fühlen sich jetzt leichter an, weil ich weiß: Es gibt Räume und Menschen, die mich genau da abholen, wo ich stehe.
Von Herzen empfohlen: Eine Künstlerin mit ganzem Herzen
Wenn du mehr wissen möchtest, was meine Freundin alles macht – sie bietet nicht nur Malen an, sondern auch Workshops zu verschiedenen Themen rund um Kreativität, Achtsamkeit und Ausdruck – dann schau gerne auf ihrer Webseite vorbei: www.kilala.de
Ich kann sie von ganzem Herzen empfehlen. Sie hat ein so tolles Wesen, so viel Geduld, Wärme und echten Künstlerinnengeist. Sie hat mich gesehen, ohne mich zu bewerten. Und das hat mich verwandelt.
Diese fünf Tage waren für mich wie ein kleines Wunder. Nicht perfekt, nicht inszeniert – sondern echt, manchmal schwierig, aber immer liebevoll. Und genau deshalb teile ich diesen Erfahrungsbericht.
