Mein Weg zurück aufs Fahrrad: Vom Rückschlag zur Herausforderung

Manchmal lernt man Dinge nicht einfach in der „richtigen“ Reihenfolge. Während meine vier Jahre jüngere Schwester schon als Kind mühelos Radfahren lernte, brauchte ich länger. Aber der Moment, als ich es endlich schaffte, war unvergesslich – eine Mischung aus Triumph und Erleichterung.

Mit 14 bekam ich dann mein erstes E-Bike mit tiefem Einstieg. Eine praktische Lösung, denn mein rechter Fuß hatte nicht genug Kraft für den herkömmlichen Aufstieg. Was für eine Freiheit! Das E-Bike wurde mein treuer Begleiter, sogar auf dem Weg zur Arbeit. Der Fahrtwind im Gesicht, das Gefühl der Unabhängigkeit – ich liebte es.

Bis zu diesem einen Tag.

Ein anderer Verkehrsteilnehmer schnitt mir unvermittelt den Weg ab, ich stürzte. Die körperlichen Blessuren heilten vergleichsweise schnell. Was blieb, war etwas Unsichtbares, aber Unglaublich Mächtiges: Angst.

Plötzlich blockierte mich der bloße Gedanke, wieder aufzusteigen. Diese frühere Quelle der Freude wurde zu einem Symbol der Verletzlichkeit. Gemeinsam mit meinem Mann übte ich auf leeren Parkplätzen. Langsam, vorsichtig. Die logische Sicherheit war da, aber ein tieferes, instinktives Etwas hielt mich zurück. Diese Blockade ist schwer zu beschreiben, wer sie nicht kennt – aber sie ist real.

Dieser Sturz war ein echter Rückschlag in meiner persönlichen Fahrradgeschichte. Er hat mir gezeigt, dass Fortschritt selten linear verläuft. Manchmal geht es zwei Schritte vor und einen zurück.

An diesem einen Schritt zurück arbeite ich noch.

Ich schreibe das nicht als traurige Geschichte, sondern als ehrliche Momentaufnahme. Als Erinnerung daran, dass Rückschläge nicht das Ende der Reise sind. Sie sind nur ein anderes Gelände, durch das man sich durcharbeiten muss. Manchmal braucht der Mut länger, um nachzukommen, als der Körper zum Heilen.

Ich weiß, dass ich wieder aufsteigen werde. Nicht heute vielleicht. Aber ich gebe diese Freiheit, dieses Gefühl, nicht auf. Schritt für Schritt, Pedaltritt für Pedaltritt.

Falls du auch mit einem Rückschlag kämpfst – ob auf dem Fahrrad oder im Leben – lass dir sagen: Du bist nicht allein. Es ist okay, Zeit zu brauchen. Es ist okay, Angst zu haben. Wichtig ist nur, dass wir weiter daran arbeiten, uns nicht von ihr definieren zu lassen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

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